Kitespots auf Sansibar

Seit nun fast zwei Monaten sind wir auf der wunderschönen Insel Sansibar...Genug Zeit also, einige Spots anzuschauen und das kristallklare, türkise Wasser unsicher zu machen. 
Vom Norden, über die Ostküste bis runter in den Süden, gibt es sicherlich einige weitere Strandabschnitte, wo das Kitesurfen hervorragend möglich ist. Das einzige Hindernis ist die Ebbe und Flut, sowie eventuelle Hindernisse im Wasser selbst
( Steine, Seegrasfarmen und Seeigel etc). 
Die Windausbeute bisher liegt bei gut 85%, der 11'er ist mein, mit großen Abstand, meistbenutzter Kite.
Der 13'er, sowie der 9'er kamen bisher nur einige, wenige Tage zum Einsatz, der 7'er gar nicht!
Ein Leichtwindkite ist meiner Meinung nach hier nicht nötig, außer, man hat wirklich die + 90 KG auf der Waage. 
Die wenigen Tage, wo lediglich ein laues Lüftchen wehte, hätte selbst ein großer Kite nichts gebracht ( bzw. fast nichts.
Mit einer großen Matte hätte man sicherlich eine nahezu 100% Windausbeute, unter Spaß und Kitesurfen verstehe ich allerdings was anderes ;) ). Genießt doch lieber die wenige windlose Zeit und schaut euch ein bisschen die traumhafte Insel an. 
Während der Wind bis in den späten Mittag aus Nord kommt, dreht er Nachmittags auf West. Gerade an Tagen, wo der Wind grenzwertig ist, gibt es ab 17 Uhr öfters eine positive Überraschung und man hat noch gut 1-2 Std. Spaß auf dem Wasser, bis einen der Sonnenuntergang ein Strich durch die Rechnung macht. 

 

Angefangen hat alles mit dem netten Fischerort Nungwi, welcher an der Nordspitze der Insel liegt. Vorab hatte ich bereits von verschiedenen Kitern gehört, dass es nicht der ideale Ort ist... Aussagen wie ein viel zu schmaler und dreckiger Strand, Unterkünfte, die sich um den besten Strand am Platz drängeln, waren keine Seltenheit. Auch die vielen Boote im Wasser sollen störend sein.

 

An der Westküste von Nungwi ist das Kiten wirklich eher ungeeignet! Hier ist der Strand nicht gerade breit, der Wind kommt Side-Sideoffshore und bei Hochwasser muss man erst in eine Bucht teils hinter einer Unterkunft, die bis ins Wasser ragt, ausweichen. Anders hingegen verhält es sich am Nordstrand von Nungwi. Hier ist lediglich ein Hotel ( Double Tree by Hilton in Nungwi) und der Strandabschnitt gut 1 km.

 

Vor dem Hotel ist ein direktes Starten möglich, außer bei absoluten Hochwasser, dann müsst ihr an eine breiteren Abschnitt ausweichen, der wenige Meter neben dem Hotelstrand ist. Vor dem Hotel befindet sich in der Lagune eine breite, sandige Fläche die bis ca. 400 Meter ins Meer geht und ca. 200-300 breit ist. Hier ist nur sandiger Untergrund, bei HW ist die Lagune ca. 1-2 Meter tief. Auch bei den Booten befindet sich eigentlich nur sandiger Untergrund. Hier ist etwas Vorsicht wegen der Anker geboten. Links vom Hotel sind dann teilweise Steine im Wasser, die bei Niedrigwasser und Ebbe störend sein können, wenn man tatsächlich die komplette Lagune ausnutzen möchte. Vorne am Riff läuft eine kleine Welle.

 

Da es keine Wasserrille o.ä gibt, ist bis ca. 90 Min vor dem Hoch- und Niedrigwasser kein Kiten möglich. Nachmittags kommt der Wind dann Sideshore und etwas böig. Wenn ausgerechnet dann Abends das Hochwasser ist, ist das Starten/Landen, aufgrund des vielleicht dann noch 10 Meter breiten Strandes, etwas schwierig.

Meistens ist man alleine auf dem Wasser, für mich ein sehr geiler Spot mit Top Hotel vor Ort.

 

Weiter ging es dann direkt ganz in den Süden, genauer gesagt nach Makunduchi. Die Spotbeschreibung ist kurz und knapp: Absoluter Mist. Kein schöner Sandstrand und alles voll mit Steinen und Seegras!

 

Nördlich von Makunduchi liegt Jambiani, neben Paje buchen sich hier immer mehr Wassersportler ein. Für mich eher unverständlich.

Die Unterkünfte sind vor Ort ok, aber der Strand ist nicht so schön wie an anderen Orten der Insel und im Wasser selbst waren viele dunkle Flecken ( meist dann Seegras mit Igeln oder aber Steine) zu sehen. Ein Grund, weshalb wir uns hier nur wenige Stunden aufgehalten haben und die nächsten Tage eher im Pool genossen haben. Wir waren in einem der besten Hotels in Jambiani, dem Spice Island. Kitesurfen hier ist allerdings nicht möglich, entweder ihr besorgt euch einen Shuttle oder nehmt einen ca. 20 minütigen Fußmarsch in Kauf.

 

 

Paje selbst ist nahezu umzingelt von Kitern. An guten Tagen können hier schnell mal 150-200 Kiter draußen sein.

Der Strand ist, zumindest vor dem White Sand Luxury Villas und dem Kisiwa on the Beach, sehr schön und selbst bei Flut noch ausreichend breit. Der Untergrund direkt vor den Hotels ist sandig, nördlich hingegen kommen teilweise Seegras und auch Seeigel zum Vorschein.

Sehr schöner Spot, allerdings nur vor den beiden Hotels. Ansonsten war ich eher etwas enttäuscht und würde wohl nicht nochmal nach Paje. Ansonsten ist dort alles sehr auf Kiter ausgerichtet.

 

Der letzte Strandabschnitt, wo wir uns jetzt seit 1 1/2 Wochen befinden ist nordwestlich, genauer gesagt Kiwengwa. Wir haben bereits gehört, dass es hier zum Kiten ebenfalls sehr gut sein soll, weshalb es hier auch zwei Schulen gibt.

Der Sand ist ähnlich wie in Paje, schön weiß und sehr fein.

Der entscheidende Vorteil ist hier aber, dass der Strandabschnitt, auch bei Hochwasser, ca. 50 Meter breit ist. Auch gibt es hier einige hervorragende Hotels ( Ocean Paradise Resort, Neptune Pwari oder was Waikiki Zanzibar). Der, meiner Meinung nach, mit Abstand beste Bereich liegt direkt rechts neben dem Ocean Paradise und vor dem Neptune Pwani Beach. Hier gibt es komplett sandigen Untergrund, soweit das Auge reicht. Eine kleine Kiteschule ist im Hotel, die notfalls beim Starten und Landen hilft. Mehr als 4 Kites waren bisher nie auf dem Wasser.

 

 

Die zweite hervorragende Kitezone liegt etwa 500 m weiter nördlich von den beiden Hotels, nahezu beim Waikiki. Hier sitzt eine weitere Kiteschule. Direkt davor ist ebenfalls sandiger Untergrund ( jedoch keinesfalls so eine große Fläche wie beim Neptune). Das Kiten an dem Spot ist eigentlich immer möglich, da auf einer Fläche von ca. 150 m Breite und 300 m Länge auch bei Ebbe genug Wasser vorhanden ist. Auch hier sind nie mehr als 3 Kites gleichzeitig auf dem Wasser.

 

Für mich ist Kiwengwa definitiv die beste Wahl, aufgrund der Hotelauswahl und dem Spot selbst.

Nungwi ist halt etwas spezieller, aber ebenfalls sehr gut. In Paje selbst würden mich nur die beiden Hotels und der Abschnitt davor ansprechen. Wer Abends noch losziehen möchte, ist in Paje sicherlich am besten aufgehoben.

Die Anzahl der Kiter und der bei Hochwasser so gut wie gar nicht vorhandene Strand eher negativ.

Jambiani kommt dann weit abgeschlagen, ich würde dort nicht noch einmal vorbeischauen

 

Freut euch auf das unverschämte türkisblaue Wasser, den km-breiten stehtiefen Bereich und die bis zu 3 Meter Wellen am Riff.

Sansibar ist definitiv eine Kitereise wert! 

 

Falls Ihr nach Sansinbar wollt, schaut doch mal bei ichfindsguenstiger.de vorbei.  Vielleicht ist da ja gerade ein Schnäppchen zu finden für eure nächste Kitereise.


geschrieben von:

 

Sebastian Kroll

Weltreisender / Kitesurfen / Blogger auf beachlifestyle.de


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