Der Neustart in Deutschland

Nun ist endlich mal ein bisschen Zeit, einen neuen Blogeintrag zu schreiben.

Die letzten Wochen waren geprägt von diversen Dingen, sodass leider viel zu wenig Zeit geblieben ist für den Blog und die sozialen Netzwerke...

 

Nun steht unserem Neustart in Deutschland allerdings nichts mehr im Wege,weshalb wir nun mal etwas Luft holen können, bevor uns der normale Arbeitsalltag wieder hat. Da unsere Abreise doch etwas spontaner war, konnten wir uns im Vorfeld um einige Sachen leider nicht kümmern, weshalb wir in Deutschland einiges nachholen mussten.

 

Sei es...

 

die Krankenversicherung

 

Auf der Reise waren wir privat versichert, eine max. Anzahl von 28 Tagen im Jahr durften wir uns in Deutschland aufhalten. Da wir diese Tage bereits aufgebraucht hatten, bestand seit dem ersten Tag in Deutschland somit keinerlei Versicherungsschutz mehr. Deshalb ist es ratsam und wichtig, sich bereits vorab mit seiner ehemaligen Krankenversicherung in Verbindung zu setzen und den Mitgliedsantrag auszufüllen. Für den Beitrag müsst Ihr entweder selbst aufkommen oder aber er wird übernommen, wenn ihr euch Arbeitslos gemeldet habt.  Die Prozedur bezüglich des Versicherungsschutzes und der Anmeldung dauert allerdings einige Tage. Somit bleibt es bei einem Arztbesuch leider nicht erspart, um eine Rechnung zu bitte, die man vorerst bezahlt und dann der Krankenkasse einreicht. Da der Versicherungsschutz rückwirkend ab dem Antragsdatum gilt, werden die Kosten von der Kasse erstattet.

 

die Arbeitslosenmeldung

 

Wie ich ja bereits am Anfang unserer Weltreise geschrieben habe, habe ich meinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I "verschoben". Dies ist bis zu 4 Jahre möglich, nachdem der Anspruch festgestellt wurde und man sich abmeldet. Sobald ihr dann wieder in Deutschland seit, sollte einer der ersten Wege zum Arbeitsamt gehen, wo Ihr euch Arbeitssuchend melden müsst. Eine kurze Bestandsaufnahme und ein Abgleich der Daten, das war´s dann auch schon. Da ich bereits direkt in der ersten Nacht nach der Ankunft meine Bewerbungsunterlagen erstellt und erste Angebote rausgesucht hatte, war der zweite Termin bei der Vermittlerin relativ fix. Wir haben uns ein paar Jobangebote angeschaut, wobei ich eher ein Mensch bin, der die Sache selbst in die Hand nimmt und sich in der Beziehung wenig Ratschläge geben lässt ;-) Schließlich wollte ich nicht lange das Geld vom Staat beziehen, noch dazu war und bin ich voller neuer Motivation, die raus will!

Somit war auch der Termin nach einer kurzen Zeit beendet, ein neuer Termin wurde für Januar gemacht. Der dezente Hinweis, dass der Termin wohl aber erst gar nicht stattfindet, weil ich bestimmt bereits vorher eine Zusage erhalte, stimmte mich weiter optimistisch. Ein Lob muss ich allerdings mal loswerden, bisher habe ich mit noch keiner staatlichen Einrichtung zu tun gehabt, wo vor allem so schnell und Nett geholfen wurde. Vor allem die Reaktionszeit bei Fragen per Email hat mich überrascht, teils wurden diese innerhalb weniger Minuten sowohl schriftlich, als auch telefonisch per Rückruf beantwortet!

 

der neue Job

 

Ehrlich gesagt waren meine größten Bedenken die Jobsuche und der Eintritt ins Arbeitsleben.

Mein letzter Job hat mir super viel Spaß gemacht und meine Hoffnungen waren groß, dass es nach der Rückkehr eine Möglichkeit gibt, dort weiter zu machen, wo ich aufgehört habe. Leider war sowohl meine Stelle in Bremen weg, als auch der Alternativstandort in Hamburg eher aussichtslos. Somit habe ich mich anderweitig umgeschaut und bin zum 1.2 fündig geworden. Und so länger ich nachdenke, umso wohler fühle ich mich mit der Entscheidung und die Vorfreude steigt. Auch das Angebot, unseren Wohnsitz in Bremen oder Oldenburg zu haben, hat vieles erleichtert.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt kann ich sagen, dass meine Bedenken unbegründet waren. Die Weltreise war keinerlei Hindernis und eher sogar noch ein positiver Aufhänger für die Gespräche! 

 

Sandra hingegen hatte sich ja bis zum 1.2.17 freistellen lassen und dies nochmals verlängert. Wie es bei ihr weitergeht, ist noch offen. Nun ist die nächste Priorität einen Platz für Pauline im Kindergarten zu finden. Danach wird Sie dann das Gespräch mit ihrer Arbeit suchen und dann schauen wir mal, wie es bei Ihr weitergeht. Solange genießt sie sonst erst einmal das Leben ;-)

 

unser neuer Wohnsitz

 

Nach unserer Rückkehr haben wir uns erst einmal bei meinen Eltern einquartiert. Das Platzangebot ist dort einfach am größten gewesen und meine Eltern haben viel Zeit, sich endlich wieder um ihre kleine geliebte Enkeltochter zu kümmern.

Von hier aus konnten wir einiges in Ruhe in Angriff nehmen. Da ich in Zukunft von Zuhause arbeiten kann und wir uns selbst entscheiden konnten, haben wir uns als neuen Wohnsitz für Oldenburg entschieden. Auch wenn wir uns in Bremen immer sehr wohl gefühlt haben, haben wir dieses mal den ein oder anderen Punkt mehr berücksichtigt. 

Für uns ist es auch das erste mal die Situation gewesen, sich Mietwohnungen anzuschauen. Bisher haben wir nur in unserem Eigentum gewohnt und mussten uns erst einmal umstellen, als wir nach einer Bewerbungsmappe abgeben sollten. Auch achtet man bei der Miete auf andere Dinge als bei einem Kauf. Unsere Traumwohnung haben wir diese Woche endlich gefunden, direkt in Oldenburg, über 100 qm in einem alten Kasernengebiet, welches gerade komplett erneuert wird. Nun hoffen wir, dass mit dem Mietvertrag alles glatt läuft und wir bereits im nächsten Monat unsere neue bleibe haben. Wer mehr dazu wissen will, kann gerne mal auf der Website vorbeischauen.

 

das Auto

 

Bisher waren wir immer in der Situation, ein Auto vor der Tür zu haben. Sei es das eigene oder aber einen Firmenwagen. Dies war nun erstmals nicht der Fall. Die Situation ist dann nicht besser, wenn die vorübergehende Bleibe etwas außerhalb vom "Leben" ist und man auf ein Auto für viele Alltagsdinge angewiesen ist ( gerade Sandra kann hiervon ein Lied singen ;-) ) Auch wenn von meinem Eltern immer mindestens ein Auto zur Verfügung steht, ist es trotzdem ein Unterschied, wenn man selbst mal eben für ein Liter Milch 20 Min mit dem Fahrrad fahren muss oder aber 10 Min. mit dem Auto. Unsere letzte Wohnung in Bremen lag so zentral, dass wir im Umkreis von 1 km alle bekannten Supermärkte hatten und in die Innenstadt 7 Min mit dem Rad gebraucht haben. 

Seit Kuba ist mein Wunsch, mir meinen großen Traum zu erfüllen, doch recht groß gewesen, weshalb ich in Deutschland nicht ewig warten konnte...Nun haben wir ein traumhaft schönes Auto hier, eine Familienkutsche ist unser Audi R8 allerdings nicht ;-) In ein paar Wochen haben wir dann aber auch meinen neuen Firmenwagen zur Verfügung, sodass wir dann von niemanden mehr angewiesen sind.

 

unser Alltag

 

Auch hier hatten wir vorab einige Bedenken und Zweifel, ob man so weiterlebt wie vorher. Einiges haben wir uns auf der Weltreise vorgenommen zu ändern, bisher können wir dies auch ziemlich gut umsetzen. Sei es der TV, der in unserem Leben nahezu keine Rolle mehr spielt. Oder auch unsere Klamottenberge, die wir früher hatten, gibt es bei uns nicht mehr.

Viel mehr als ein Koffer für jeden haben wir nicht, wir freuen uns jetzt, nach einigen Monaten immer mal neue Sachen zu holen und die alten auszumisten, statt den Kleiderschrank immer weiter zu füllen. Auch das Gefühl, mal eben was alleine zu machen, ohne dass immer einer auf Pauline aufpassen muss, ist großartig. Leider haben wir uns, aufgrund der letzten anstrengen Wochen, nicht wirklich eine gemeinsame Auszeit nehmen können, aber dafür sollte es bald nun endlich auch wieder viel Zeit geben. Auch die alleinigen Treffen mit Freunden tun unheimlich gut, man kommt wieder raus und bekommt auch mal etwas Abstand. Den seien wir mal ehrlich, über 11 Monate sich um die 20 qm zu teilen und nur wenige Stunden abschalten zu können, kann auch ganz schön anstrengend sein.  Dies wird meist bei den vielen schönen Bildern und Texten häufig vergessen. Dies ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, ich denke aber, dass Sandra beim Lesen doch sehr stark mit dem Kopf nicken wird... Schließlich habe ich nicht nur ein paar kleine Macken ;-) Und mit einem kleinen Kind ist es nochmal eine ganz andere Hausnummer als zu zweit. Eins habe ich während der Weltreise allerdings zu wenig geschätzt... Das wundervolle, doch recht sorgenfreie Leben mit warmen Temperaturen und dem Wasser direkt vor der Tür. 

 

das finanzielle

 

Unsere Weltreise wollten wir aus Spekulationsgewinnen und Dividenden finanzieren. Die Grundlage war mit dem Wohnungsverkauf gelegt, alles andere war mein Job. Nach nun ziemlich genau 12 Monaten und unsere Rückkehr ist es Zeit, diesbezüglich eine ehrliche Bilanz zu ziehen. Geschafft habe ich es nicht, alle Kosten zu verdienen. Einige Fehler, die ich gerade noch am Anfang gemacht habe, haben mir geholfen, dass es über die Zeit immer besser wurde. Auch unser doch recht großzügiges Leben während der Reise hat die Kosten doch etwas mehr in die Höhe geschraubt. Aber wir leben nur einmal und jeder investierte Cent in die Reise wäre nirgendwo besser angelegt gewesen. Hätte, wenn und aber gibt es für mich nicht, die nackten Zahlen zählen...und die sagen umgerechnet auf den Monat 1.680 € Gewinn nach Steuern. Zufrieden bin ich mit der Performance nicht, aber sie ist für mich Ok. Seit unserer Rückkehr gehe ich das Thema gelassener an, da ein jederzeitiges Handeln ohne Einschränkungen möglich ist und ich mit meinem Vater ebenfalls einen Hobbytrader hier habe, mit dem ein schneller Austausch und das gegenseitige Pushen eine hervorragende Stütze ist. Auch in Zukunft bleibe ich hier natürlich weiter am Ball, damit wir uns hoffentlich noch einige weitere Träume erfüllen können.

 

In einigen Wochen werde ich nochmal ein weiteres Fazit ziehen, wie es ist, wieder im normalen Job angekommen zu sein. Ob man alles oder vieles richtig gemacht hat, lässt sie nie wirklich sagen. Die Entscheidung, alles hinter uns zu lassen und zu Reisen war allerdings genauso richtig wie der sehr spontane und schnelle Entschluss, die Heimreise anzutreten.

 

 


geschrieben von:

 

Sebastian Kroll

Weltreisender / Kitesurfen / Blogger auf beachlifestyle.de


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Kommentare: 4
  • #1

    Renate (Sonntag, 08 Januar 2017 00:17)

    Hallo Sebastian,
    ich stelle mir das schwer vor nach einer Weltreise wieder neuzustarten. Es braucht sicher etwas Zeit zur Eingewöhnung. Interessant finde ich den Tipp mir dem Arbeitslosengeld. Das habe ich nicht gewusst. Wer weiß, ob ich das mal brauchen kann.

    Ich drücke die Daumen, dass der Job Spaß macht.

    Liebe Grüße
    Renate

  • #2

    Frank (Sonntag, 08 Januar 2017 05:17)

    Hi Basti Freue mich sehr das Du nach Oldenburg kommst... Bist dubio Donnerschwee ?

  • #3

    Laura (Sonntag, 08 Januar 2017 07:16)

    Wie immer mal wieder spannend von Euch zu lesen. Was mich aber interessiert ist, in welchem Bereich ist dein Job angesiedelt? Investment? Banking? Würde ja dann wohl passen :-) Oder ist das ein Geheimnis und du hast es extra rausgelassen? :-) Dann entschuldige die freche Frage :-D

    Alles Liebe für Euch aus Kambodscha,

    Laura

  • #4

    Basti von beachlifestyle.de (Dienstag, 10 Januar 2017 05:43)

    @Renate

    Freut mich, wenn ich etwas helfen konnte... Viele Grüße Basti

    @Frank

    Ja :-) Der "alte" Weltenbummler kennt sich noch etwas in der Heimat aus ;-)?

    @Laura

    Hi Laura, nein, ich bin seit einigen Jahren nicht mehr in der Bank tätig. Ich werde im Vertrieb für ein technisches Unternehmen sein. Für mehr Infos weißt Du ja ansonsten, wie du mich erreichst ;-)

    Viele liebe Grüße in die Wärme zurück.