Enjoy this Life.... Dies tun wir leider nicht mehr wirklich!

 

 

Seit 10 Monaten Leben wir nun schon unseren Traum. Wir wachen jeden Tag mit Meergeräuschen auf, sind an traumhaften Stränden, erleben einmaliges und müssen nicht wirklich was tun. Kiten kann ich eigentlich immer, jeden Tag wird das Zimmer geputzt und das Essen gibt's alla Karte oder ein leckeres Buffet...Eigentlich ein Traum, oder? 

 

Leider merken wir, dass man vieles nicht mehr schätzt und nicht mehr genießt. Der Wechsel in ein neues Land ist eher schon nervig und in Miami haben wir am Flughafen überlegt, sogar den Flug nicht anzutreten, sondern einfach da zu bleiben. 

Das halbwegs normale Leben verliert man aus dem Auge. Mal eben schnell was einkaufen, was man haben möchte? In den meisten Ländern kaum möglich. Einfach mal entspannen, auch mal ohne Kind? Geht nicht! Hoffen, dass keine Krankheit oder ein Unfall passiert, weil man die ärztliche Versorgung lieber erst gar nicht ausprobieren möchte. Mal das leckere Bier mit seinem besten Kumpel trinken( Marci, Max und Stephan, ich vermisse es!)? Keine Chance, lediglich WhatsApp und Facetime können da helfen. Die Liste würde lang werden, wenn ich alles aufzähle.

 

Für mich gab es bisher zwei Ereignisse auf unserer Weltreise, die prägend waren...

 

Einmal einen Menschen quasi in seinen Armen sterben zu sehen, nachdem man vorher noch zusammen auf dem Wasser Kitesurfen war. Von jetzt auch gleich wieder das Leben beendet! Die Situation kann man nicht beschreiben( und ich wünsche keinem, dies jemals in der Art und dann Weise erleben zu müssen). 

 

Der zweite Ereignisse ist erst ein paar Stunden her und löst unheimlich gemischte Gefühle aus! 

 

Wir haben uns entscheiden, unsere Weltreise doch im Januar zu beenden. Dies war eigentlich ja eh unser Zeitpunkt, allerdings hatten wir vor einigen Monaten beschlossen, weiter zu machen! Nun eine Rolle rückwärts;(

 

Auch hier ist es zumindest bei mir ähnlich wie bei dem Unfall. Es fühlt sich komisch an, eine Ereignis, dass wohl extrem viel passiert und irgendwie fürchtet man sich vor der Zukunft. Warum? Weil nun das grosse Fragezeichen kommt... Die Weltreise hat vielle Ansichten verändert, die nun in das geregelte Leben nach Deutschland mitgenommen werden. 

 

Ein komisches Gefühl, zurück zu gehen in die Heimat und doch nichts zu haben ausser eine super tolle Familie und Freunde sowie ein Bankkonto.

 

Kein eigenes Zuhause, keine Winterkleidung, kein Kinderzimmer für unsere kleine und vor allem auch geht die Arbeitssuche für mich nun los. 

 

Kaum ist man unterwegs, lebt man in einer anderen Welt und bekommt vieles nicht mit. Ich habe klar unterschätzt, dass eine Rückkehr so etwas in einem auslöst. Auch haben wir unterschätzt, dass eine Kinderbetreuung rund um die Uhr, zumindest für uns beide, nur in einem begrentzen Zeitraum möglich ist. Und da helfen auch Tage nicht, wo jeder alleine den Tag genießen kann. Es ist halt doch was anderes, mal abschalten zu können. Auch ein Urlaub ist nicht vergleichbar mit einer Weltreise. Im Urlaub schaltet man ab und lässt sich verwöhnen. Und wenn der Urlaub euer Alltag ist? Dann ändert sich vieles und man lernt vielleicht auch genau das zu schätzen, was man gerade nicht hat!

 

 

Nun heißt es für uns, die Tage bis zum Januar zu schätzen und uns schnell darum zu kümmern, wie unser Leben nach der Reise weitergeht. Wir hoffen, dass uns nicht so schnell das Fernweh wieder packt um nach ein paar Wochen zu sagen, wir fliegen erneut los. Man soll ja schließlich niemals Nie sagen, bis zur Schulpflicht bei Pauline sind es noch fast 4 Jahre und wir werden sehen, welche Überraschungen unser Leben in dem nächsten Monaten mit sich bringt. 

 


geschrieben von:

 

Sebastian Kroll

Weltreisender / Kitesurfen / Blogger auf beachlifestyle.de

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Mum (Samstag, 29 Oktober 2016 20:46)

    Es kommt so....wie es kommen musste!!!!!Diese Erfahrungen brauchtet ihr ,um zu sagen.....wir möchten das so nicht mehr!!!!Dieser Trip hat euch und eure Ansichten verändert....gut so....denn Leben bedeutet Veränderung!!!!!Nehmt die gesammelten Eindrücke mit in eure Zukunft!!!!Seid weiterhin positiv und dankbar ,dass ihr die Welt von vielen Seiten kennen lernen durftet!Alles Gute für euch drei!!!!!Ihr schafft das

  • #2

    Christina (Mittwoch, 02 November 2016 00:19)

    Lieber Sebastian,

    danke für diesen persönlichen Beitrag! Ich habe ganz viel mit dem Kopf genickt. Es ist genau das, wird der Urlaub zum Alltag, ist es eben kein Urlaub mehr und man merkt, dass es nirgendwo perfekt ist. Man kann einfach nicht alles haben und auch ich merke, wie mir Freunde und Familie fehlen und Gedanken aufkommen, wie es nach dem Abenteuer weiter gehen soll. Ich wünsche euch noch eine grandiose Zeit bis Januar und drücke alle eine Daumen, dass ihr euch 'Zuhause' schnell wieder einleben werdet!

    LG Christina

  • #3

    Eve (Mittwoch, 02 November 2016 14:27)

    Hey Sebastian,
    Manchmal ist das Leben wie es sein soll. Genießt die restliche Zeit und kehrt gesund und munter wieder zurück. Ich kann mir gut vorstellen, das euch die Erlebnisse geprägt aber auch entwickelt haben.
    Liebe Grüße
    Eve